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Die Gesichter hinter den Berufen

"Ich bin eigentlich ein geborener Naturmensch."

Rainer Kühnis ist seit vielen Jahren Präsident des Fischereivereins Liechtenstein. Hauptberuflich arbeitet Rainer als Wirtschaftsinformatiker. Bei der ZHAW hat er drei Ausbildungen absolviert: die fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung Aquakultur (FBA Aquakultur), das CAS Süsswasserfische und kürzlich das CAS Makrozoobenthos.

Im Interview erzählt er von seinem Lieblingsprojekt, einer Instream Restaurierung eines zwei Kilometer langen Gewässers in Ruggell im Fürstentum Liechtenstein, mit welchem beispielsweise die Artenvielfalt von vier Fischarten auf zwölf Arten gesteigert werden konnte.

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Rainer Kühnis im Gespräch mit umweltprofis.ch (Bild: OdA Umwelt / Neoviso)

 

Rainer, aus welchem Grund hast Du dich für die drei Ausbildungen an der ZHAW entschieden?
Als Präsident des Fischereivereins Liechtenstein habe ich immer wieder mit gewässerbaulichen Projekten zu tun, sei dies eine Aufwertung oder auch ein Eingriff in ein Gewässer. Man hat immer mit verschiedenen Ansprechpartnern zu tun und ich wollte auf Augenhöhe mitsprechen können mit einem fundierten Fachwissen.

Welche Themen aus den Ausbildungen kannst du in Deinem Beruf besonders anwenden?

Einer der wichtigsten Punkte ist ein Gewässer beurteilen zu können. Dies konnte ich im CAS an der ZHAW lernen. Ich kann heute an ein Gewässer gehen und sagen, ob es in einem guten oder in einem schlechten Zustand ist. Der nächste Schritt ist dann natürlich die Artenkenntnis. Anhand gewisser Arten kann ein Gewässer nochmals beurteilt werden, ob es in einem ganz guten oder in einem ganz schlechten Zustand ist.

Gibt es ein Lieblingsprojekt, an dem Du gearbeitet hast?

Eines meiner Lieblingsprojekte konnte ich vor vier Jahren zusammen mit starken Partnern realisieren. Dies war eine sogenannte Instream Restaurierung von einem kanalisierten Bach. Eine Instream Restaurierung muss man sich so vorstellen, dass der Bachkörper bleibt, weil man nicht Aufweiten kann, da nebendran eine Strasse oder eine Gasleitung ist. Man bleibt also im Bachkörper drinnen und arbeitet dort mit verschiedensten Massnahmen wie Totholz oder Steinen und wertet den Bach so auf. 

Dort habe ich gleich beide CAS der Hochschule anwenden können. Das eine ist das CAS Süsswasserfische und das andere ist das CAS Makrozoobenthos. Ich habe in den Lehrgängen meine Zertifikatsarbeit jeweils über den Parallelgraben geschrieben, Nachkontrolle und Planung. Und siehe da, es wurde ein grosser Erfolg.

Passieren viele Notfälle am Gewässer?

Notfälle am Gewässer gibt es leider noch zu häufig heute. Man würde denken, dass die Menschen aufgeklärt sind, dass dies nicht mehr so passiert. Teilweise werden von Baustellen Abwasser in Bäche eingeleitet, welche den pH-Wert verändern, was zu einem Fischsterben führen kann, oder auch immer wieder die Landwirtschaft. Wenn nicht aufgepasst wird, gelangen Gülle, Dünger oder Pestizide in einen Bach.